Kapitel 22 Meditation
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Es waren nun also die 3 Dinge, auf die ich meinen Blick richten sollte:
Meditation - um zur Ruhe zu kommen
Alkohol-Stopp - um mich selbst wieder zu spüren
Natur - um mich zu erden und zu verbinden
Meditation:
Ihr müsst euch vorstellen, ich bin einer der ungeduldigsten Menschen, den ich kenne.
Ein Zappelphilipp wie er im Buche steht. Ruhig sitzen oder liegen? Fehlanzeige.
Nicht 5 Minuten.
Da war ich ja der richtige Kandidat für eine Meditation.
Aber ist es nicht genau das, worum es geht?
Wer den Zustand der Ruhe bereits kennt, braucht ihn nicht erlernen.
Wir bekommen genau die Aufgaben im Leben gestellt, an denen wir wachsen können.
Ob wir diese Herausforderung annehmen, oder nicht, liegt bei uns.
Der Unterschied ist der Umgang damit.
Sehen wir es als Chance? Oder als Belastung?
Ich hatte nichts zu verlieren.
Ich konnte nur gewinnen, oder an dem Punkt verharren, wo ich war.
Also begann ich einfach.
Es war wie ein Kampf durch den Dschungel.
Es gab so viele Möglichkeiten wie man eine Meditation durchführen kann.
Geführt, nicht geführt. Mit Musik, oder ohne. Mit Themen, oder neutral.
Für mich war erstmal wichtig überhaupt etwas runter zufahren.
Also probierte ich alles mögliche aus.
Mit wechselndem Erfolg.
Anfangs klappte es gerade mal 5 Minuten und ich wurde hibbelig. Konnte weder still liegen, noch gedanklich abschalten.
Es schien mir unmöglich zu sein, das jemals bewusst zu erleben.
Mal schlief ich ein, mal war ich zu nervös.
Oder ein Geräusch, eine nervige Fliege, Rasenmäher, Hund, Katze, Kind, Mann, zu warm, zu kalt und so weiter 😅
Aber wo ein Wille ist, ist ja bekanntlich auch ein Weg.
In dieser Situation stellte sich mir auch wieder die Frage:
Wie geh ich damit um?
Denn all diese Dinge sind nun mal manchmal da.
Lasse ich sie als Störung zu? Oder nehme ich sie als gegeben an?
Meditation bedeutet nicht Stille im Außen.
Es bedeutet auch nicht Stille im Inneren.
Meditation ist der Zustand bei SICH bleiben zu können.
Gedanken die kommen, und Geräusche die auftauchen wahrzunehmen, aber vorbei ziehen zu lassen.
Nicht festzuhalten.
Das war ein hartes Stück Arbeit, was ich da vor mir hatte.
Aber es hat sich gelohnt.
Heute, 6 Monate später, kann ich bis zu 1.5 Stunden in völliger Entspannung und klarem Bewusstsein in meiner inneren Stille sein.
Die meisten stellen sich Meditation so vor:
Sie sitzen im Schneidersitz, spirituelle Klänge laufen im Hintergrund, ein Räucherwerk sorgt für die passende Stimmung.
Letztendlich ist es egal, welche Körperhaltung du einnimmst, von was du dich berieseln lässt oder an welchem Ort du bist.
Es ist nur eins wichtig:
Richte deinen Blick nach innen!
Dann wirst du finden, wonach du suchst.
Ich suchte nach Ruhe - ich konnte sie annehmen.
Ich suchte nach Frieden - ich konnte ihn fühlen.
Ich suchte nach Wahrheit - ich konnte sie erkennen.
Ich suchte nach Liebe - ich fand sie in mir.
Natürlich war das nicht immer so.
Es gab Tage, da habe ich nichts dergleichen gefunden. Das gehört dazu.
Meist gelingt es nicht so gut wenn man zu sehr im Tagesgeschehen gefordert ist.
Dann wirklich abzuschalten, darf ich auch noch lernen.
Aber ich lass mich drauf ein und versuche es dann einfach ein anderes Mal wieder.
Manchmal stehen einfach andere Dinge im Vordergrund.
Und mal ganz weg von der Spiritualität.
Zum ersten Mal nach langer Zeit normalisierte sich mein Ruhepuls.
Ich spürte eine Ausgeglichenheit, die ich so nicht kannte.
Plötzlich konnte ich mit mir ganz alleine sein. Und es war in dem Moment alles, was ich brauchte.
Und wieder war ich ein Stück weiter auf dem Weg zu mir.
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