Kapitel 20 Stillstand ! / ?
Stillstand !/? 💚
Es ist ein Jahr vergangen seitdem ich das letzte Mal etwas geschrieben habe.
Ein ganzes Jahr, indem ich meinen Weg weiter ging, um zu finden, wonach ich suchte.
Eine Zeit zwischen Zweifel und Hoffnung.
Ein Kampf zwischen Herz und Verstand.
Nun sitze ich hier, und weiß gar nicht mehr, ob ich noch schreiben soll,
Ich fühle mich, als könne ich gar nichts mehr,
ich fühle mich antriebslos und leer.
Ich funktioniere.
Wo ist mein Feuer? Wo ist meine Neugier? Wo ist meine Kraft?
Wo ist mein letztes Jahr hin?
Wo bin ich?
Bin ich am gleichen Punkt wie am Anfang?
Oder fühlt es sich nur im Moment so an:
Ich bin ausgebrannt.
Nun ist es so, dass man sich einen Weg zu einem bestimmten Ziel geradlinig und einfach vorstellt, denn man weiß ja, wo man hin möchte.
Aber ganz so einfach ist es nicht.
Man läuft und läuft...aber man hat das Gefühl nicht anzukommen.
Und plötzlich glaubt man im Kreis gegangen zu sein.
Was passiert? - Stillstand !
Doch bevor ich euch sage, was der Stillstand für mich in Wirklichkeit bedeutet, erzähle ich euch ein bisschen von meinem letzten Jahr.
VERÄNDERUNG
Wenn man Veränderung möchte, sucht man meist im Außen.
Doch du kannst nur in dir selbst beginnen.
Was bedeutet also der Weg zu mir?
Bedeutet es nur Selbstfindung?
Es bedeutete für mich erstmal Selbstreflexion.
Sich selbst den Spiegel vorhalten.
Das Spiegelbild deines eigenen Gesichtes ist tägliche Routine.
Anders ist es, den Blick nach innen zu richten. Ehrlich und ungeschönt.
Was sah ich also?
Ich sah ein Kind, klein und still in der Ecke hockend, das nie gelernt hat sich so anzunehmen, wie es ist.
Es hatte das Gefühl, dass es nicht so gut in die Welt passt, die rund herum war.
Es sehnte sich nach Anerkennung, Freundschaft und Liebe.
Doch es war im Schatten der anderen fast unsichtbar.
Was ihm fehlte war Selbstvertrauen und Mut.
Doch damals wusste es noch nicht, wie man diese Eigenschaften zum Vorschein bringen kann.
Es versuchte sich an seine Umgebung anzupassen, um irgendwie dazu zugehören.
Wir tun aus den verschiedensten Gründen Dinge, von denen wir glauben, sie seien hilfreich.
Zumindest in dem ersten Moment. Die Wahrheit offenbart sich leider erst später.
Ich war damals sehr schüchtern. Man könnte sogar sagen verklemmt.
Dazu, im Verhältnis zu meinen Mitschülern, ein "Spätentwickler".
Und wir alle wissen ja wie Kinder sind, wenn sie noch nicht verstehen wie verletzend Worte und Taten für andere sein können.
Sie hänseln alle, die vermeintlich anders sind.. Heute heißt das ja Mobbing.
Als ich in das Alter kam, indem man auf Disco`s ging wollte ich aber nicht mehr die Verklemmte, Schüchterne sein.
Ich dachte, wenn ich etwas "lockerer" bin, ist die Außenwelt auch lockerer zu mir.
Also begannen unsere Abende mit etwas Vorglühen, bevor wir los zogen.
Damals war der Trugschluss, dass Alkohol dazu dient alle Hemmungen zu verlieren, weit verbreitet.
Doch was anfänglich ganz lustig war, brachte neue Probleme mit sich.
Schnell gewöhnte ich mich an diese Art der Auflockerung.
Die darauf folgenden Jahre vergingen mit viel Streit und Problemen aber nach wie vor mit wenig Mut und wenig Selbstvertrauen.
Es hatte sich rein gar nichts verändert, außer dass ich immer noch versuchte mir das Leben durch Alkohol zu erleichtern.
Meine Beziehungen waren nicht von langer Dauer, die Freundschaften nur oberflächlich.
Ich mochte weder mich, noch das Leben das ich führte.
Nun ist es ja ein Spiegel, den wir uns vorhalten.
Und ein Spiegel kann nur zeigen was er sieht.
Und was er sieht, sehen auch die anderen.
Wie konnte ich also erwarten dass mich jemand wirklich mag, wenn ich es selbst nicht kann !?
Würde ich gerne mit mir befreundet sein?
Wäre ich für mich ein Partner, den ich lieben könnte?
Die Antworten darauf trafen mich tief.
Aber was sich im Spiegel zeigte war nicht meine Seele.
Es war der Mensch, den mangelndes Selbstvertrauen, wenig Mut und viel Alkohol aus mir gemacht haben.
Und anstatt etwas zu ändern, versank ich in Selbstmitleid, bei allem, was mir widerfahren ist.
Aber das geschah alles, lange bevor ich mich auf meinen Weg machte.
Ich musste mich nur wieder daran erinnern...
Also knüpfte ich da an, wo ich anfing meinen Weg anzutreten.
Wie ging der Weg also weiter...
Es war ein Abend, wie jeder andere. Mein Seelenpartner war nun schon vor 8 Monaten als Mensch vorausgegangen.
Ich wusste - er war noch immer in einer anderen Form da. Daran hatte ich keinen Zweifel.
Aber warum gelang es mir dann nicht ihn wahrzunehmen?
Mit diesen Gedanken schlief ich ein.
Am nächsten Morgen öffnete ich die Augen.
Etwas in mir hatte sich verändert.
Mir war in dem Moment des Erwachens klar, dass ich mein Leben ändere.
Nicht morgen, nicht nächsten Montag,
JETZT!
Es war der 22.10.2025
Ab diesen Morgen hörte ich auf, auch nur einen Schluck Alkohol zu trinken.
Ich fing an mich mit Meditationen und Stille zu beschäftigen.
Ich verband mich wieder täglich mit der Natur.
Dadurch lernte ich noch mehr jedes Lebewesen, jede Pflanze, jeden Atemzug in frischer Luft und jeden Regentropfen auf meiner Haut wertzuschätzen und es als das zu erkennen, was es ist.
Leben in reinster Verbindung.
Ich traf an diesem Morgen nicht nur eine Entscheidung, ich veränderte alles,
Es war der erste Tag, an dem ich wirklich zu mir stand.
Zu dem, wie ich war.
Zu dem, was ich wollte.
Und zu dem, was ich nicht mehr wollte.
Es war wie ein Befreiungsschlag.
Als hätte sich meine Seele erinnert wofür sie hier ist.
Hier geht es bald weiter...👉
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