Posts

Kapitel 7 "Wahrnehmungen"

Ich schlüpfte schnell wieder in meine Rolle: Kinder, Partner, Arbeit Haushalt – eben alles. was das Leben beinhaltet. Es wusste ja niemand in meinem Umfeld, wie viel er mir bedeutet. Doch etwas hat sich verändert. Ich sah nichts. Ich hörte nichts. Ich konnte nichts greifen. Und doch - da war etwas. Erst war es in mir… ganz leise und zart. Ich spürte kleine Eingebungen. Gedanken, die sich als sehr hilfreich erwiesen. Eine Art Vorahnungen die mich durch meinen Alltag leiteten. Dann spielte meine Elektronik „verrückt“… Oder war ich es, die verrückt wurde? Bildschirmschoner, Drucker, Handy, Fernseher - alles schien eine Art Eigenleben zu entwickeln. Nicht polternd, nicht laut. Nein, sehr subtil. Als würde es ganz zart sagen: „ Schau hin, schau in dich, schau auf deinen Weg. “ Doch ich war in meiner Wahrnehmung zu diesem Zeitpunkt noch sehr rational. Schließlich gab es ja für alles eine wissenschaftliche Erklärung. Oder es war einfach nur Zufall. Ich versu...

Kapitel 8 "Der Kontakt"

Ein paar Wochen vergingen, in denen alles so weiterlief wie bisher. Alltag mit den Kindern, der Arbeit, der Familie. Und immer wieder diese kleinen, subtilen Zeichen, die mich leise begleiteten… Nun war er da! Der Tag, an dem sich nun endlich alles aufklären sollte. An dem ich erfahren sollte: Warum? An dem ich bestätigt bekommen wollte, was ich mir so ersehnte - dass er noch immer da ist. Nur anders. Doch da war sie wieder - diese leise Vorahnung. Ich fühlte : Er wird nicht da sein. Aber ich hoffte dennoch… Denn der Wunsch war viel größer als die Intuition. Leider habe ich meinem Bauchgefühl all die Jahre viel zu wenig Beachtung geschenkt. Der Jenseitskontakt fand über Zoom statt - eine Videotelefonie. Ihr fragt euch vielleicht : „ Wie konnte sie an so etwas glauben?“ „ War das nur weil sie einen geliebten Menschen verloren hat und das nicht akzeptieren kann?“ Ich sagte ja - ich war nicht glaubend. Nicht so erzogen. Und auch selbst hatte...

Kapitel 9 "Die Entscheidung"

In den folgenden Tagen suchte ich Ruhe, vielleicht sogar Stille. Doch wo kann man Stille finden - in einer Welt die nur laut und aufgeregt zu sein scheint? Ich suchte nicht mehr die ständige Ablenkung - den Trubel des Lebens. Ich merkte wie mein Körper und mein Geist Ruhe finden wollten. Doch die eine Frage ließ mich nicht los: Warum? Und es war nun nicht mehr nur die Frage, warum Du gegangen bist, sondern auch, warum Du keinen Kontakt aufnehmen möchtest. Was machte ich falsch? Und wieder waren sie da, diese Zeichen - von denen ich nicht sicher war, ob sie wirklich welche waren. Denn wenn sie von Dir kamen, dann hätte der Kontakt doch stattfinden müssen. Ich war verzweifelt. Ich wusste nicht weiter. Ich ging in den Wald. Der einzige Ort in meinem Leben, an dem es wirklich still war. Nicht die Art von Stille in der es keine Geräusche gibt - sondern eine Stille, die dich zurückbringt. Zurück zu dir. Das Rauschen der Bäume im Wind, das Zwitschern de...

Kapitel 10 "Die Botschaft"

...und dann kam sie. Klar, sanft - aber unverkennbar. Es gab einen einfachen Grund, warum der Kontakt durch das Medium nicht stattfinden sollte. Der Grund war ich! Und er hatte es mir gesagt – damals, in seiner letzten Nachricht. „ Du findest alle Antworten auf deine Fragen in DIR!“ Es brauchte keinen Kanal, es war alles in mir. Die Botschaft an sie war eindeutig. Sie durfte ihn nicht erkennen, nichts erfragen, mir nichts sagen. Sonst hätte sie in meinen Lebensplan eingegriffen. Ich sollte mich selbst e r kenne n . Die Frage nach dem “Warum“ blieb also unbeantwortet. Aber eigentlich wusste ich sie längst. Was sie erfühlen durfte waren Worte die mich betrafen - mit denen ich mich bis dahin gar nicht wirklich beschäftigt hatte. - Selbstdisziplin - Innenschau - Selbstreflexion Ich sollte mich erkennen. Wer ich bin - und wer ich schon immer war. Doch bevor das geschehen ...

Kapitel 11 "Die Bewusstwerdung"

Nun wusste ich, dass es für alles im Leben einen Sinn gibt. Nur - was bedeutete das für mich? Ich fing an, in mich zu gehen und noch einmal über alles nachzudenken. Ich wusste, dass ich mich auf meine Intuition verlassen kann. Denn sie wollte mich nicht verändern, sondern mich sanft leiten. Der antrainierte Verstand sagt dir natürlich auch was das Beste ist. - aber es ist das wirklich? Oder ist es das, was erwartet wird, um im Leben Ziele zu erreichen, die nicht wirklich deine sind? Ich entschloss mich, meinen Gefühlen von nun an zu vertrauen. Warum sollten sie mich auch in die Irre führen wollen? Ich lebte weiter. Aber ich merkte recht schnell, das vieles, was mir früher noch Freude bereitete oder mir interessant und sinnvoll erschien, mich nicht mehr berührte. Die Beschäftigungen, die ich einst liebte - manche Verbindungen, geglaubte Freundschaften - sie verloren an Bedeutung. Nicht, weil ich es nicht mehr zu schätzen wusste, sondern weil ic...

Kapitel 12 "Der Wandel"

Nachdem ich mein Verhalten, meine Prioritäten und meine Einstellung zum Leben und zu mir selbst verändert hatte spürte ich eine Neuausrichtung. Sie war nicht laut, nicht spektakulär - sie war subtil, aber tiefgreifend. Ich wand mich ab von dem, was mir früher so wichtig erschien. Vom Funktionieren, Organisieren und immer Dasein, wenn mich jemand brauchte. Denn ich verstand, dass es andersherum meist nicht so war. Und ich wollte meine Energie nicht mehr dafür verschwenden, damit andere ihre eigene Energie einsparen können. Und so zog ich mich zurück. Und was ich fühlte war wunderbar. Ich nahm Dinge wahr, denen ich früher nie Beachtung schenkte. Ich erkannte Tiere und Pflanzen als Teil von mir selbst - und als Teil des großen Ganzen. Das Glück, jeden Morgen einen weiteren Tag erleben zu dürfen, mit all den Geschenken des Universums, erweckte in mir Demut. Die größte Liebe erfahren zu dürfen die es gibt. Die Selbstliebe . Sich zu erkennen und...

Kapitel 13 "Der Spiegel"

Meine Sichtweise veränderte sich zunehmend. Ich konnte vieles nicht mehr akzeptieren – auch mich nicht. Wenn man sich seine eigenen Schatten bewusst macht, erkennt man, was einen gehemmt hat - aber auch wie man auf andere wirkt. Es ist, als würde man in einen Spiegel blicken. Und darin sieht man nicht immer nur Schönes. Alles, was wir sagen oder tun, hat eine Wirkung. Nicht nur auf das Umfeld, sondern auch auf uns selbst. Positiv oder negativ. Selbst was wir denken hat Auswirkungen - auch wenn sich die meisten Menschen dessen nicht bewusst sind. Wir erwarten vom Außen meist „die normalsten Dinge der Welt“. Doch sind wir bereit, uns das, was wir uns wünschen, uns selbst entgegenzubringen? Unserem Körper? Unserem Wesen? Wir wünschen uns geliebt zu werden – aber lieben wir uns denn selbst? Wir wünschen uns Respekt - aber respektieren wir uns? Die Zeichen, die unser Inneres uns sendet? Wir möchten gesehen und erkannt werden – doch erkennen wir ...